Ihre Stromrechnung hat zwei Preise – und einen davon können Sie steuern.
Leistungspreis und Anschlussleistung
Ab rund 100.000 kWh Jahresverbrauch oder 50 kW Anschlussleistung zahlen Betriebe in Tirol nicht nur für die verbrauchten Kilowattstunden, sondern auch für die höchste Viertelstunden-Leistung jedes Monats. Eine einzige Viertelstunde, in der Absaugung, CNC und Kompressor gleichzeitig anlaufen, bestimmt den Leistungspreis für den ganzen Monat.
Und wenn Sie wachsen – neue Maschine, Kühlhaus, Heutrocknung, Ladestationen für die Mitarbeiter – stoßen Sie an die zweite Grenze: die vereinbarte Anschlussleistung. Der Netzbetreiber verlangt dann Netzbereitstellungsentgelt (193 €/kW in Netzebene 7), die tatsächlichen Kosten für Kabel und Trafo – und Sie warten.
Ein Gewerbespeicher löst beide Probleme gleichzeitig. Er liefert die Spitze aus der Batterie, hält den Netzbezug flach und speichert den Überschuss Ihrer PV-Anlage für Abend, Nacht und Winter.
Drei Gründe, die sich rechnen
💶 Leistungspreis senken
Jedes gekappte kW Monatsspitze kostet bei TINETZ rund 6 € pro Monat – 70,92 € pro Jahr (Netzebene 7). 50 kW weniger Spitze sind rund 3.500 € im Jahr. Jeden Monat neu.
🔌 Netzanschluss nicht erweitern
193 €/kW Netzbereitstellungsentgelt plus Trafo und Kabel plus 12–24 Monate Wartezeit. Ein Speicher am Netzanschlusspunkt ersetzt das oft komplett – und ist in Wochen in Betrieb.
☀️ PV-Strom nutzen statt verschenken
Tagsüber speichern, abends und nachts verbrauchen. Jede Kilowattstunde, die Sie nicht um 5 ct einspeisen, sondern selbst für 20+ ct nutzen, rechnet sich.
2027: Das Netzentgelt wird verursachergerecht
Wer viel gleichzeitig aus dem Netz zieht, zahlt mehr. Wer glättet, zahlt weniger.
Österreich stellt die Netzentgelte um: Pauschalen fallen weg, verrechnet wird nach dem Verursacherprinzip – also nach der Leistung, die Sie gleichzeitig aus dem Netz ziehen. Der Hintergrund: Die Netze müssen ausgebaut werden, und wer Spitzen vermeidet, erspart dem Netz Ausbau. Netzdienliches Verhalten wird belohnt, Lastspitzen werden bestraft.
Das Kaffeemaschinen-Beispiel: Ein Betrieb mit zehn Kaffeeautomaten. Um 7 Uhr früh schalten alle gleichzeitig ein – 20 kW, nur für die Heizpatronen. Diese 20 kW Spitze kosten rund 6 € pro kW und Monat: 120 € im Monat, nur fürs Knopfdrücken. Dazu Licht, Maschinen, Heizgeräte, Stanze, Kompressor – alles um 7 Uhr. Die Viertelstunde entscheidet über die Netzrechnung des ganzen Monats.
Vieles davon lässt sich nicht zeitlich steuern – eine Produktion fängt an, wenn sie anfängt. Genau das übernimmt der Speicher: Er liefert die Spitze aus seinem Puffer, das Netz sieht nur die geglättete Grundlast.
Vier Anwendungsfälle
📉 Lastspitzenkappung (Peak Shaving)
Der Speicher erkennt Lastspitzen in Echtzeit und deckt sie aus der Batterie. Ihr Netzbezug bleibt unter einer definierten Grenze – jeden Monat. Ergebnis: niedrigerer Leistungspreis, je nach Betrieb 3.000–20.000 € pro Jahr.
☀️ Eigenverbrauchsoptimierung
Ihre PV-Anlage produziert mittags, Ihr Betrieb braucht Strom um 6 Uhr früh und um 20 Uhr abends. Der Speicher verschiebt den Sonnenstrom dorthin, wo er Netzbezug ersetzt – statt ihn billig einzuspeisen.
🔌 Leistungserweiterung ohne Netzausbau
Neue Maschinen, Kühlung, Ladestationen: Statt den Netzanschluss zu erweitern, liefert der Speicher die zusätzliche Leistung. Sie sparen Netzbereitstellungsentgelt, Trafo, Kabel – und Monate Wartezeit.
🔋 Notstrom für kritische Prozesse
Melkroboter, Milchkühlung, Reifekeller, Server, Kassen: Bei Netzausfall trennt der Speicher Ihr Teilnetz und versorgt weiter. Wir kennen das aus unseren Inselanlagen auf alpinen Schutzhütten.
Für wen? Betriebe aus dem Unterinntal und ganz Tirol
🏭 Industrie & Metallbau
Schichtbeginn um 7 Uhr: Licht, Stanze, Schweißgeräte, Heizgeräte, Kompressor, Kaffeeautomaten – alles gleichzeitig. Die Lastspitze ist nach einer Viertelstunde vorbei, bezahlt wird sie den ganzen Monat. Ein Speicher glättet Schichtbeginn und Schichtwechsel, ohne dass Sie einen Prozess umstellen müssen.
🪚 Tischlerei & Holzbau
Absauganlagen machen bis zu 38 % des Stromverbrauchs einer Tischlerei aus – und ihre Anlaufströme erzeugen die Lastspitzen. Dazu CNC-Abbund, Kompressor, Kran. Ein Speicher glättet den Schichtbeginn und macht den Hallendach-Strom abends nutzbar.
🐄 Milchvieh & Heuproduktion
Melkroboter und Milchkühlung laufen rund um die Uhr. Im Sommer kommt die Heutrocknung dazu: 15–100 kW Entfeuchter und Lüfter, 24–35 Stunden am Stück – genau dann, wenn Ihre PV am meisten liefert. Mit Speicher: Trocknung aus Sonnenstrom, Notstrom für den Roboter, kein Netzausbau.
🧀 Lebensmittel & Käserei
Kälte ist der größte Verbraucher: Reifekeller als Grundlast, dazu Spitzen bei Chargen-Abkühlung, CIP-Reinigung und Sommer-Rückkühlung. Ein Speicher kappt die Spitzen und sichert den Keller bei Stromausfall – Kosten und Warensicherheit in einem.
⚡ Ladestationen, Tankstellen & Speditionen
Schnelllader mit 150–400 kW je Ladepunkt brauchen Leistung, die der Netzanschluss selten hergibt. E-LKW laden abends gebündelt im Depot. Ein Pufferspeicher am Netzanschlusspunkt liefert die Spitze, das Netz lädt in Ruhe nach. Sie starten in Wochen statt in zwei Jahren.
🚗 KMU mit E-Autos in der Belegschaft
Zehn Mitarbeiter mit E-Auto, zehn Wallboxen à 11 kW – 110 kW zusätzliche Last, alle um 8 Uhr. Energiemanagement staffelt die Ladevorgänge, der Speicher lädt sich nachts in der Niederlastzeit und gibt um 8 Uhr ab. Alle laden bis zum Feierabend voll, Ihr Netzanschluss bleibt. Ladeinfrastruktur, PV und Speicher aus einer Hand.
Beispielrechnungen
Mit TINETZ-Netzentgelten 2026 – Ihre Zahlen rechnen wir mit Ihrem echten Lastgang
1. Ladepark mit 5 Hyperchargern – echter Kunde
| Anlage | 5 Hypercharger, errichtet von StromvomDach |
| Befund Jahresabrechnung 2025 | rund 33 ct/kWh netto – Energie + Netzentgelt + Leistungsentgelt |
| Ursache | Jeder Ladevorgang zieht die volle Leistung aus dem Netz; die höchste Viertelstunde jedes Monats bestimmt das Leistungsentgelt |
| Lösung | Batteriespeicher mit Lastspitzenkappung am Netzanschlusspunkt |
| Ersparnis | rund 20.000 € pro Jahr |
| Investition | 40.000–120.000 € je nach Speichergröße und Leistung |
| Amortisation | 2–3 Jahre |
2. Zimmerei mit Abbundhalle – Lastspitzenkappung + PV
| Jahresverbrauch / Monatsspitze | 250.000 kWh / 180 kW (Netzebene 7, gemessen) |
| Bestehende PV | 100 kWp, derzeit 45 % Eigenverbrauch |
| Speicher | 100 kWh / 60 kW, Indoor-Schrank |
| Spitze nach Kappung | 130 kW (−50 kW) |
| Ersparnis Leistungspreis | 50 kW × 70,92 € = 3.546 €/Jahr |
| Mehr-Eigenverbrauch | 25.000 kWh × 16 ct = 4.000 €/Jahr |
| Gesamt / Amortisation | ca. 7.500 €/Jahr – bei ca. 50.000 € Investition ca. 6,5 Jahre, Lebensdauer 15+ Jahre |
3. Milchviehbetrieb mit neuer Heutrocknung – Netzausbau vermeiden
| Anschlussleistung heute | 50 kW (Netzebene 7) |
| Neue Heutrocknung | +40 kW Entfeuchter und Lüfter → Spitze 85 kW |
| Option A: Netzanschluss +40 kW | 7.720 € Netzbereitstellung + Netzzutritt (Kabel/Trafo, typ. 10.000–30.000 €) + Wartezeit |
| Option B: 60 kWp PV + 100 kWh / 50 kW Speicher | Trocknung läuft im Sommer tagsüber direkt aus PV, Speicher deckt Nacht und Melkroboter |
| Eigenverbrauch | ca. 40.000 kWh/Jahr × 16 ct = 6.400 €/Jahr |
| Vermiedene Netzerweiterung | einmalig ca. 18.000–38.000 €, dazu Notstrom für Melkroboter und Milchkühlung |
| Amortisation Speicheranteil | 4–6 Jahre |
4. KMU mit 10 Mitarbeiter-E-Autos
| Neue Last | 10 Wallboxen × 11 kW = 110 kW |
| Mit Lastmanagement + 50 kWh / 30 kW Speicher | Netzbezug +30 kW statt +110 kW |
| Vermiedene Netzerweiterung | 80 kW × 193 € = 15.440 € + Netzzutritt |
| Ersparnis Leistungspreis | 80 kW × 70,92 € = 5.674 €/Jahr |
| Investition | Speicher ca. 25.000 € + Wallboxen |
Beispielrechnungen basieren auf typischen Lastprofilen und den TINETZ-Netzentgelten 2026 (Leistungspreis NE 7: 70,92 €/kW/Jahr; Netzbereitstellung NE 7: 193 €/kW; Stand 10/2026, netto). Tatsächliche Ersparnisse hängen von Lastgang, Netzebene und Stromtarif ab.
So läuft ein Projekt
Vom Lastgang-Check bis zum Monitoring
- Lastgang-Check (kostenlos): Sie schicken uns Ihre Stromrechnung und – falls vorhanden – die Viertelstundenwerte Ihres Netzbetreibers. Im Gespräch mit Michael Anker sehen Sie in 30 Minuten, wo Ihr Potenzial liegt.
- Auslegung & Wirtschaftlichkeit: Speichergröße, Leistung, Indoor/Outdoor, PV-Erweiterung, Lademanagement – mit Amortisationsrechnung und Förder-Check (Investitionsfreibetrag, KPC Energiemanagement, EAG bei PV-Erweiterung).
- Netzbetreiber & Genehmigung: Wir übernehmen Anmeldung, TOR-Nachweise und Abstimmung mit der TINETZ.
- Errichtung & Inbetriebnahme: Durch unser eigenes Elektroteam, mit Dokumentation nach OVE.
- Monitoring & Wartung: Sie sehen Lastspitzen, Eigenverbrauch und Ersparnis live. Wir sehen, wenn etwas nicht passt – bevor Sie es merken.
Häufige Fragen
FAQ
Ab wann lohnt sich ein Gewerbespeicher?
Für Lastspitzenkappung ab Leistungsmessung (ca. 100.000 kWh/Jahr oder 50 kW). Für Leistungserweiterung und Ladestationen auch deutlich darunter – wenn die Alternative ein Netzausbau ist. Für Eigenverbrauch ab einer PV-Anlage, deren Überschuss Sie heute einspeisen.
Wie wird die Leistung in Tirol verrechnet?
Die TINETZ verrechnet das höchste Viertelstunden-Mittel jedes Monats mit einem Zwölftel des Jahres-Leistungspreises. Jeder Monat zählt neu – ein Speicher wirkt also in jedem Monat.
Was ändert sich 2027 bei den Netzentgelten?
Die Verrechnung wird verursachergerecht: Pauschalen fallen weg, bezahlt wird nach der Leistung, die Sie gleichzeitig aus dem Netz ziehen. Wer Spitzen vermeidet, zahlt weniger. Ein Speicher ist das Werkzeug, mit dem Sie das steuern, ohne Ihre Prozesse umzustellen.
Was kostet ein Gewerbespeicher?
Installiert, inklusive Energiemanagement, liegen 100–500 kWh-Systeme je nach Größe und Aufstellung bei ca. 350–650 €/kWh netto. Je größer, desto günstiger pro kWh. Konkrete Zahl: nach dem Lastgang-Check.
Ich habe schon Ladestationen – lohnt sich ein Speicher nachträglich?
Ja. Unser Ladepark-Kunde mit fünf Hyperchargern hätte 2025 rund 20.000 € gespart. Speicher lassen sich an bestehende Ladeinfrastruktur nachrüsten; Amortisation bei Schnellladern typisch 2–3 Jahre.
Kann der Speicher auch Notstrom?
Ja, mit Netztrennung für definierte Teilnetze (z. B. Melkstand, Kühlung, Server). Wir planen das von Anfang an mit.
Wie lange dauert ein Projekt?
Vom Lastgang-Check bis zur Inbetriebnahme typisch 3–6 Monate – abhängig von Lieferzeit und Netzbetreiber-Freigabe. Deutlich schneller als eine Netzanschlusserweiterung.
Was ist mit meiner bestehenden PV-Anlage?
Gewerbespeicher sind AC-gekoppelt und lassen sich an jede bestehende Anlage nachrüsten – unabhängig vom Wechselrichter-Hersteller.
Schicken Sie uns Ihre Stromrechnung. Wir sagen Ihnen, was drin ist.
Kostenloser Lastgang-Check
In 30 Minuten mit Michael Anker wissen Sie, ob und wie sich ein Speicher für Ihren Betrieb rechnet. Nutzen Sie das Anfrageformular unten (Objekt: Gewerbe oder Landwirtschaft) oder rufen Sie direkt an.
StromvomDach Erl GmbH · Mühlgraben 44c, 6343 Erl · +43 5373 81069